Sudienergebnisse zur Überprüfung der Vorteilhaftigkeit der M&A-TransaktionenM&A lohnt sich, manchmal mehr, manchmal weniger. Die Vorteilhaftigkeit von M&A-Transaktionen ist zu komplex, um ein generelles Urteil zu fällen. Hier sollen die herangearbeiteten Ergebnisse der durchgeführten Studie aggregiert und Aussagen aus einer multidimensionalen Perspektive getroffen werden. Die Profitabilitätsveränderung als erste der untersuchten Dimensionen zeigt, dass insbesondere branchenähnliche Transaktionen durch Synergien einen Mehrwert schaffen, der die Prämienzahlungen übersteigt und damit empirisch zur Vorteilhaftigkeit führt. Hier konnte vor allem festgestellt werden, dass Umsatzsteigerungen und Kostenreduktionen durch den Einsatz komplementärer oder ungenutzter Ressourcen erreicht werden konnten. Bei branchenfremden Unternehmen konnten keine signifikanten Verbesserungen bezüglich Profitabilitätssteigerungen festgestellt werden. In Bezug auf Aktienkursreaktionen wurde insbesondere auf Seiten der Zielunternehmen eine hohe Kurssteigerung beobachtet. Diese ist auf erwartete Prämienzahlungen bei Transaktionen zurückzuführen. Im Durchschnitt aber erwarten Investoren kaum Synergien und empfinden oft die Prämienzahlungen als überhöht. Entsprechend konnten tendenziell negative Aktienkursreaktionen auf Seiten akquirierender Unternehmen ermittelt werden. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass, je branchenfremder Akquisitionen waren, desto negativer die Aktienkurse reagierten. Bei Diversifikationen konnte empirisch festgestellt werden, dass auch hier der Branchenbezug eine entscheidende Rolle spielt. Da es auch Investmentbranchen gibt, die sinngemäß diversifizieren, muss Branchenbezug hier eher so verstanden werden, dass es auf Wissen und Kompetenz ankommt, das dem Unternehmen zur Verfügung steht. Dort könnte es sich lohnen zu diversifizieren. Vorteilhaftigkeit diversifizierter Unternehmen setzt aber auch hohe Anforderungen an eine transparente Informationsversorgung voraus, die Leistungen schwacher Segmente nicht durch Informationsaggregationen verdeckt, so dass diese erkannt und vom Unternehmen verkauft oder verbessert werden können. Das ist nicht immer der Fall. Entsprechend kommen transaktionsklassenübergreifende Studien zum Ergebnis, dass diversifizierte Unternehmen mit einem Abschlag gehandelt werden. Alle drei Dimensionen wirken auf die Vorteilhaftigkeit der M&A-Transaktionen. Da sie einzeln betrachtet nicht die gesamten Perspektiven der Vorteilhaftigkeit berücksichtigen, werden die oberen Ergebnisse als Summe untersucht. Aus dieser Betrachtung können nicht nur Aussagen zur absoluten Vorteilhaftigkeit, sondern auch zur relativen Vorteilhaftigkeit bezüglich der drei Akquisitionsklassifikationen getroffen werden. Horizontale Transaktionen sind im Durchschnitt vorteilhaft. In allen drei untersuchten Dimensionen der Profitabilitätsveränderungen, Aktienkursreaktionen und Marktwerten diversifizierter und spezialisierter Unternehmen trugen Synergieeffekte zu Unternehmenswertsteigerungen und einer langfristigen Gewinnmaximierung bei. Neben absoluter Vorteilhaftigkeit schneidet die horizontale Akquisitionsklasse auch relativ zur vertikalen und konglomeraten Transaktionen besser ab. Vertikale Transaktionen bewegen sich in einem insignifikanten bis hin zum positiven Rahmen. Da diese im Durchschnitt keine Werte vernichten, sondern Chancen zu Wertsteigerungen bieten, die empirisch tendenziell positiv realisiert werden, kann auch hier von absoluter Vorteilhaftigkeit gesprochen werden. In Bezug auf relative Vorteilhaftigkeit sind vertikale Transaktionen zwischen die horizontalen und konglomeraten Akquisitionen einzuordnen. Konglomerate Transaktionen weisen die negativste Performance auf und sind damit am wenigsten geeignet das Hauptziel der langfristigen Unternehmenswertsteigerung und Gewinnmaximierung zu verfolgen. Es sind hier sowohl Synergiepotenziale zu niedrig als auch Prämienzahlungen zu hoch, um die Akquisitionsmotive wie Streuung der Einnahmen zu rechtfertigen. Deshalb schneiden konglomerate Transaktionen nicht nur im Hinblick auf relative, sondern auch auf absolute Vorteilhaftigkeit negativ ab. Die festgestellten Ergebnisse bedürfen einiger Einschränkungen. Insbesondere sei auf die externen Effekte hingewiesen, die während der Untersuchungszeiträume stattgefunden haben. So werden im Extremfall, beispielsweise bei einer Wirtschaftskrise, Unternehmen tendenziell eine schlechtere Performance aufweisen, die nichts mit gescheiterten Transaktionen zu tun haben. Deshalb muss bei der Messung der Vorteilhaftigkeit von M&A-Transaktionen eine Reihe weiterer Kriterien berücksichtigt werden. Die oben genannten Ergebnisse sind das Ergebnis unserer Studie, die wir im Juli 2011 durchgeführt haben. XYROS ist ein Spezialist im M&A-Sektor. Gerne beraten wir Sie individuell zu Chancen und Risiken von Fusionen und Übernahmen. Sprechen Sie mit unseren Beratern.
ANSPRECHPARTNER
Oliver Laubach |
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